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Wappen des Gebietes Omsk
Unter dem Kommunismus hatte das Gebiet Omsk keinen richtigen Wappen, so dass erst vor kurzem es den Wappen und die Flagge ( im nächsten Kapitel auf dem Bild zu sehen) bekommen hat.

Unten werden Sie jetzt die wichtigsten Infos über das Gebiet erfahren. Viel Spass beim Lesen!
Gebiet Omsk und Indianer Sibiriens
Allgemeines

Fläche: 139.700 qkm ( so gross wie Griechenland)

Bevölkerung: 2,2 Mio (darunter 1,2 in Omsk) Pro-Kopf-Einkommen: ca. 100 Euro. Charakteristische Branchen: Ölverarbeitung , Landwirtschaft, Maschinenbau , Verkehrswesen.

Bevölkerung

Sie besteht zum weitaus grössten Teil aus Sibirischen Russen. Daneben gibt es noch deutsche, kasachische und ukrainischen Minderheiten in nenneswerter Grösse, sowie ca. 100 andere Nationalitäten und Volksgruppen.

Die Deutsch-Russen

Sie zählen ca. 50 000 Menschen.Sie kamen in zwei Wellen in das Gebiet.Die erste Welle bestand aus Freiwilligen, die vor Hungersnöten in Deutschland flüchteten und sich Ende des 19 und Anfang des 20 Jahrhundert im Süden des Gebietes ansiedelten. Sie wurden wohlhabende Bauern und gründeten u. a. deutsch-sibirische Dörfer wie Alexandrowka und Blumenfeld.

Die zweite Welle kam im Spätherbst 1941, als die Wolgarepublik aufgelöst und die dort lebende deutschstämmige Bevölkerung nach Sibirien, Kasachstan und Mittelasien vertrieben wurde. Das Schiksal dieser Menschen war meistens grausam. Die im Gebiet Omsk untergebrachten 'Deutschen' hatten es - verglichen mit ihren Landsleuten, die nach Kasachstan oder Mittelasien kamen - noch verhältnismässig gut getroffen. In Omsk war zumindest eine ländliche Infrastruktur vorhanden. Ausserdem hatten die Deutschstämmigen der ersten Welle sich mit tüchtiger Arbeit und Disziplin im Laufe der Kolonisation einen guten Ruf erworben. Darüberhinaus war Sibirien immer ein 'Schmelzofen' verschiedenster Nationalitäten, so dass die Menschen hier immer toleranter und weltoffener als in anderen Gebieten Russlands waren.

Die Kasachen ( Indianer Sibiriens )
Sie zählen etwa 80 000 tausend und sind meistens in südlichen Bezirken des Gebietes konzentriert. Mit eigenen Trachten, uralten Traditionen und nationalen Besonderheiten sind sie eine 'Fundgrube' für die Touristen aus dem Ausland und dem europäischen Teil Russlands, wo sie nicht zu finden sind.

Die Ukrainer.
Sie zählen ca 40 000 Menschen. Ihre Geschichte ähnelt ein wenig der der Deutschstämmigen. Sie kamen freiwillig - zur Kolonisation Sibiriens zwischen 1850 und 1910 mit dem Ziel Neuland zu erschliessen. Unfreiwillig - nach dem II. Weltkrieg, als sie als 'Kollobarateure mit der deutschen Wehrmacht' nach Sibirien verbannt wurden. An sich sind die Ukrainer ein lustiges Volk, das gerne einen 70% Gorilka trinkt, schön klingende Lieder in Chören singt und feurigen Gopak tanzt.
Warum muss ich wieder fort?
Die Vielfalt der Nationalitäten und Völkergruppen ist es, was die Besonderheit des Gebietes Omsk ausmacht.

Leider verliert man langsam die deutsche Minderheit. Ob das alles so richtig ist?!

Hier sind die Verse eines Liedes ( Text und Musik Lina Neuwirt), das am besten dieses Gemüt wiederspiegelt:

1. Die Sonne, sie scheint heut so herrlich,
Und die Vögel, sie singen so hell.
Glaubt mir alle, das sag ich Euch ehrlich -
Klopft mein Herz aufgeregt und schnell.

Refrain: Heimat, Heimat, mein stilles altes Dorf.
Heimat, Heimat, warum muss ich wieder fort?
Hier bin ich geboren, da fand ich mein Glück.
Mein Herz ist verloren, ich komme zurück.
Heimat, Heimat,bald komme ich wieder zurück.

2. Bleib treu ich dem goldenen Felde,
Blühend stehen die Kamillen am Rande,
Blüht nun wohl und ewig auf Erden,
Seht mich immer zärtlich an.

Refrain:

3. Jahr und Jahr vergeht in der Ferne,
Doch im Herzen bleibt ewig dein Licht.
Und erinnern die Birken und Sterne
An die Liebe, Glück und dich.
Natur
Landschaftlich kann man das Gebiet Omsk in drei verschiedene Zonen unterteilen. Im Norden ist die Taiga, die sehr dünn besiedelt ist. In der Taiga findet man Braunbären, Wölfe, Füchse, Luchse, Zobel, Biber, Elche, Hasen, Eichhörnchen and andere Tiere. Dort haben die ersten russischen Kolonisten die älteste Stadt des Gebietes Tara vor mehr als 400 Jahren gegründet, weil die russische Eroberung Sibiriens aus nordwestlicher Richtung erfolgte. In alten Zeiten war die Hauptbeschäftigung der Russen dort das Jagdwesen. Zobelfelle und andere wertvolle Jagdbeute fanden guten Absatz in Westeuropa und China.

Das zweite Drittel des Gebiet ist eine Übergangszone, wo Wald allmähnlich in die Steppe übergeht. Diese Gegend war immer ideal für Viehzucht, und aus den saftigen Gräsern konnte man herrliche Milch bekommen, um später hervorragende Butter und andere Milchprodukte daraus zu produzieren ( das beste Weideland der Welt!). Die Gegend ist mit zahlreichen malerischen kleinen Seen übersät, die in dieser schwierigen Gegend für die Einheimischen die wichtigste Nahrungsquelle darstellen. In der Gegend haben wir auch unsere Grosse Seen Saltaim ( 146 qkm), Tenis ( 118 qkm) und Ik ( 71 qkm), wo industrieller Fischfang praktiziert wird. Das Zentrum dieser Gegend ist ein Städtchen namens Tjukalinsk, das genauso wie Tara etwa 15 tausend Einwohner hat. In dieser Breite befinden sich zwei andere bedeutende Kleinstädte mit gleicher Einwohnerzahl Nasywaewsk und Kalatschinsk, die an der Transibirischen stehen.

Der Rest des Gebietes inkl. Stadt Omsk wird nur von kleinen Birkenhainen bedeckt. An sonsten ist alles schon Steppe. Hier ist die Kornkammer des Gebietes, wo die meisten der 3 Mill. Tonnen Getreide des Gebietes jährlich geerntet werden. Diese Gegend wurde in den 50-er Jahren des 20 Jahrhundert erschlossen, als Chruschtschow Amerika auch in der Landwirtschaft überholen wollte. Hier sind die besten Schwarzerdeböden des Gebietes und dichteste multinationale Bevölkerung, hier trifft man alle Rassen und Völker, ausser Schwarzafrikaner und Pakistani die sibirische Winter irgendwie nicht mögen! Wie schön sind die Kornfelder, die bis zum Horizont reichen und von wunderschönen Birkenhainen umrahmt sind!

Die Bevölkerungsdichte im Durchschnitt beträgt 15,5 Personen pro qkm, darunter im Süden 17,9 pro qkm, in der Mitte 5,8 und im Norden 2,5.

Der allgemeine Waldbestand beträgt 430 Mill.qm, darunter 963 400 Hektar Nadelholz ( Kiefer, Fichten, Tannen, Zeder) und 1 608 100 Hektar Laubholz ( Birke und Espe).
Chinesen, Bodenschätze und Grenzen
Vom Norden nach Süden beträgt die längste Strecke 600 km, vom Westen nach Osten 300 km. Im Norden grenzt das Gebiet an die Gebiete Tjumen und Tomsk, im Osten an das Gebiet Novosibirsk und im Süden an die Republik Kasachstan. Die Entfernung von Moskau beträgt 2500 km., bis chinesischer Grenze sind es 1 250 km.

In Sachen Bodenschätze ist das Gebiet im Vergleich zu Nachbargebieten Tjumen und Tomsk ziemlich arm. Es gibt einige Erdöl und Gasvorkommen im Norden, sowie Vorkommen vom Zirkon und Titanerz. Torf und Sapropel werden im geringen Umfang für landwirtschaftliche Zwecke gewonnen.
Vorgeschichte
Die Besiedlung Sibiriens begann bereits in der Eiszeit vor ca. 10-14 tausend Jahren. Archäologische Denkmäler, die man im Flusstal von Omka in der Nähe von Omsk gefunden hat, zeugen davon, dass die einheimischen Nomadenvölker jener Zeit hauptsächlich Viehzüchter waren. Interessant ist z.B., dass die Ungarn dieses Territorium bevölkert hatten und es durch bis jetzt nicht geklärte Gründe in Richtung Westen verlassen hatten( die ersten Aussiedler!)

Anfang des 13 Jahrhundert wurde das Territorium des heutigen Omsker Gebietes dem Mongolenreich der Goldenen Horde einverbleibt, deren Verfall im 14-15 Jahrhundert zur Gründung von befeindeten Chanaten in Ischim, Tjumen und Sibir führte.

Und dann kam die grosse Wende für Sibirien. Man schrieb das Jahr 1581. Rußland war im Aufbruch und expandierte rasch in alle Richtungen. Die Geschäftsleute Stroganow waren schon in den uralischen Bergen (heutges Ekaterinburg und Perm) fest etabliert und viele Stahlwerke wurden dort errichtet. Die Schatzkammer des Ural schien bodenlos zu sein, doch sie richteten.

Ihre Blicke schon hinter die Uralberge, wo sie noch mehr Reichtümer witterten. Auch in der damaligen Hauptstadt Russlands - Petersburg-schwärmte man von den enormen Reichtümern im Osten. Darüberhinaus suchte man schon damals einen kürzeren Weg (eine Art sibirische Seidenstraße ) nach China und Indien. Auf diese Weise, mit politischem Willen und vorhandenen wirtschaflichen Interessen, liess eine Expedition der Russen hinter den Ural nicht lange auf sich warten. Dies geschah im gleichen Jahr als 'Der Eroberer von Sibirien' - Ermak mit seiner Truppe als erster Weisse hier in der Gegend auftauchte.

Zu der Zeit war die Gegend sehr dünn besiedelt, vorwiegend von den Nomaden - sibirischen Tataren und Kosachen, die im Sommer hier das Vieh züchteten und beim Wintereinbruch in den Süden zogen. Diese Tatsache hat Ermak und seine Krieger bewußt ausgenutzt, indem sie im September 1582, als die Tataren bereits in den Süden zogen, vom Ural runter in die Westsibirische Ebene einmarschierten und den hinterbliebenen Außenposten der Tataren, eine Art Hauptstadt der Nomaden in Westsibirien, ins Visier nahmen. Die sibirischen Tataren leisteten erbitterten Widerstand, waren aber wie Indianer von Amerika, wehrlos gegen Flinten und Kanonen. Bis heute ist der Name von Ermak heftig umstritten. Für die Russen ist er ein nationaler Held, besungen in Liedern und Sagen, für die Tataren hingegen ist er 'Bandit' und 'Räuber'.

Fakt ist, dass die Mehrzahl der einheimischen Bevölkerung von damals im russischen Staat eine starke Macht sah, die ein friedliches Leben untereinander sicherte , sowie die Gefahren einer möglichen Eroberung aus dem Territorium des heutigen China bannen sollte.

Als Ergebnis dieses Feldzuges enstanden später Festungen und Siedlungen im nördlichen Bereich Westsibiriens, wie Tjumen, Tobolsk, Tomsk und Tara. Der Süden war aber nicht von den Nomadem geschützt und die dort enstandenen russischen Siedlungen litten ständig im Laufe des 17 Jahrhundert unter räuberischen Uberfallen der Nomaden. Der Zar, Peter der Grosse, wurde Anfang des 18 Jahrhundert davon unterrichtet und befahl nach schwierigen Überlegungen noch eine Expedition nach Sibirien zu schicken, um auch im Süden Westsibiriens Festungen zu bauen und nach Gold zu suchen.. Mit dieser Aufgabe wurde Iwan Dmitriewitsch Buchholz , Oberstleutnant der zaristischen Armee, deutscher Abstammung, beauftragt.
Buchholz, Springer und Dostoewski
Im Mai 1716 war er mit seinen Kosaken hier ans Ufer gegangen, um später eine Festung zu bauen. Weil diese Festung an der Mündung vom Kleinfluß Om war ( aus dem tatarischen 'klein und ruhig' übersetzt), der hier in den mächtigen Irtysch fließt, wurde sie sofort 'Omsk' genannt. Sicherlich konnte Buchholz damals nicht ahnen, dass in einigen Jahrhunderten aus dieser winziger Festung die fünftgrößte Stadt Russlands enstehen würde! Die Rolle von Buchholz bei der Gründung der Stadt Omsk ist unbestritten, und einer der zentralen Plätze der Stadt trägt seinen Namen.

Als Buchholz die Omsker Festung auf dem linken Ufer von Om gründete, hatte er nicht viel Zeit für die strategischen Überlegungen, weil die Gefahr eines tatarischen Überfalls zur damaligen Zeit enorm groß war. Man mußte schnell handeln, einfach um am Leben zu bleiben! Mit der Zeit stelle sich aber heraus, dass die andere Uferseite eine bessere strategische Lage hatte. Sie war höher ( auch nicht so gefährlich im Falle einer Überschwemmung ) und der Fluss Om diente als natürlicher Schutz gegen aus dem Süden kommenden Tataren. Der erste Stadtkern war aber aus Holz errichtet und manch verherender Brand richtete einen grossen Schaden an. Die Person, die der Stadt Omsk praktisch ein zweites Leben gegeben hat, heißt Iwan Iwanowitsch Springer. Er war Oberbefehlshaber des sibirischen Corps und hat das Oberkommando des Cors aus Tobolsk, das durch ihre nördliche Lage als sicherer galt, nach Omsk verlegt . Diese Tatsache hatte enorme Bedeutung für die Stadt, weil damals das Leben in diesen kleinen sibirischen Städten sehr stark vom Militär geprägt wurde. Durch sein leidenschaftliches Engagement und seinen Elan enstand auf der rechten Uferseite im 1768 eine für die Zeit moderne Festung aus Mauerwerk. Auf diese Weise sind zwei deutschstämmige Militärs, Buchholz und Springer, als wichtigste Personen bei der Enstehungsgeschichte der Stadt Omsk zu verzeichnen.

Ein weiterer grosser Name für Omsk im 19 Jahrhundert ist Dostoewski, der hier 5 Jahre lang im Exil wegen seiner Beteiligung an einer Verschwörung gegen den Zaren verbracht hatte.Es gibt in Omsk ein Dostoewski Museum, wo sein Leben in Omsk vom 1850 bis 1854 dargestellt ist.
Die Transibirische und rasante Entwicklung
Ein wahrer Durchbruch für die Stadt, ja für ganz Sibirien, war der Bau der Transsibirischen Eisenbahn, die Omsk im Jahre 1894 durchquerte. Der Bau selbst war ein Meisterwerk technischen Denkens und der Leistungsfähigkeit des Volkes. Wenn man heute daran denkt, dass jährlich 700 Kilometer Schiene durch Berge und menschenlose Steppen, mächtige sibirische Flüsse und endlose Sumpfgebiete verlegt wurden und die ganze Strecke von 7000 km nur 10 Jahre gedauert hat, kann man ohne Weiteres die Zeitgenossen verstehen, die diesen Bau mit der Entdeckung Amerikas und dem Bau des Suez-Kanals gleichsetzen.

Viele westliche Wissenschaftler sind der Meinung, dass die kommunistische Revolution von 1917 nicht in erster Linie durch objektive Gründe, wie den 1. Weltkrieg, die schlechte Versorgungslage o. ä. verursacht wurde, sondern viel mehr durch die Tatsache, dass der westliche Teil Russlands enorm von den bodenlosen Bauern überbevölkert war (mit den damaligen Geburtenraten ohne Kriege und Revolutionen würde Russland heute über 700 Millionen Menschen zählen.) Ähnliche Zustände zu der Zeit herrschten auch in Deutschland, der Dampf aus dem Kessel wurde freigelassen, indem fast 140 Millionen Deutsche nach Amerika übersiedelten. Aus verschiedenen Gründen konnten die Bauern in Russland nicht auswandern und kluge Köpfe im Lande (vor allem Stolypin mit seiner Landreform) suchten nach Auswegen aus dieser Sackgasse. Die Verlegung der Transsibirischen Eisenbahn hat in erster Linie diesen strategischen Überlegungen gedient, Millionen bodenlose Bauern aus dem westlichen Teil Russlands nach Sibirien überzusiedeln (eine Art russisches Amerika'), um die Basis einer latenten Revolution im Keim zu ersticken.

Zuerst kamen die Bauern nur zögerlich, üblicherweise sandte ein Dorf einen Vertreter nach Sibirien, der im Laufe eines Jahres alles beobachten musste, insbesondere die Temperaturen im Winter, weil Sibirien auch damals berüchtigt für seine niedrigen Temperaturen im Winter war. Die Vertreter staunten nicht wenig, als sie feststellten, dass die Wintertemperaturen entlang der Transsibirischen im Durchschnitt nur 5 bis 9 Grad kälter als in den Gegenden rund um Moskau waren. Die Böden waren sehr fruchtbar und vor allem: frei erhältlich. In den Wäldern und Flüssen wimmelte es von Tieren und Fischen.

Das Eis wurde langsam gebrochen und Millionen von Übersiedlern kamen mit staatlicher Unterstützung nach Sibirien (darunter auch die ersten Wellen deutscher Übersiedler). In 25 Jahren übersiedelten 4 Millionen Menschen nach Sibirien. Leider war das zu wenig, um den Druck der Überbevölkerung im Westen des Landes zu mindern, was später katastrophale Folgen für das Schicksal Russlands und Sibiriens hatte, so dass statt ein russisches-Amerika' zu werden Sibirien von den Kommunisten in ein riesengroßes Gulag verwandelt wurde, wo Millionen schuldlose Menschen als Feinde des Volkes umgebracht wurden.Vor der kommunistischen Revolution im Jahre 1917 war das Territorium des heutigen Gebietes Omsk, das übrigens die Residenz des General-Gouverneurs des Steppen-Landes war und bis zur chinesischen Grenze reichte ( 1/3 des heutigen Territoriums Kasachstans), ein sich rasant entwickelndes Land, wo ausländisches Kapital eine wichtige Rolle spielte, was zur Eröffnung einiger Konsulate führte. Im Jahre 1911 fand in Omsk die erste Sibirische Wirtschaftsmesse statt. Die Werbung für diese Messe konnte man in den führenden europäischen und amerikanischen Zeitungen lesen, auf Petersburger Strassenbahnen waren eindrucksvolle Plakate mit der Aufschrift Messe-Omsk angebracht. Eine interessante Beschreibung von Omsk hat auch John Fraser, während seiner Reise durch Sibirien abgegeben. Er beschrieb die Böden von Omsk als das beste Weideland der Welt und nannte Sibirien das Schicksal Amerikas.

Leider wurden diese Erwartungen nach der kommunistischen Revolution von 1917 zunichte gemacht.
Revolution und Bürgerkrieg ( 1917 1921 )
Als die Bolschewiken die Macht ergriffen, hatten sie vorrangig mit zahlreichen Problemen im Zentralen Teil Russlands zu kämpfen, so dass sie Sibirien und Omsk für eine gewisse Zeit ausser Acht liessen. Obwohl es auch hier die ersten Sowjets gebildet wurden, hatten sie keine breite Unterstützung von der freien Bevölkerung, so dass Omsk sogar zum Zentrum der 'allrussischer Resistance' gegen die Bolschewiken wurde;

und zwar in der Zeit vom 18 November 1918 bis 12 November 1919, als Omsk zur dritten Hauptstadt in der Geschichte Russlands wurde. In Omsk ist bis heute ein Palast zu sehen, von wo der Oberbefehlshaber Russlands, Admiral Koltschak an jenen turbulenten Tagen fast ein Jahr regierte; es waren die Tage, die das Schicksal Russlands auf brutalste Weise änderten.



Nach dem Bürgerkrieg lag Russland in Schutt und Asche. Die ganze Infrastruktur war zusammengebrochen, Millionen von Menschen wurden umgebracht, weitere Millionen die fähigsten Leute des Landes sind ins Ausland geflüchtet. Alles, was die Bolschewiken versprochen hatten, Freiheit, Frieden, Land für alle war verlogen, zertrampelt und ruiniert. Lenin war ein menschliches Wrack. Er wurde langsam von seinen Parteigenossen isoliert und verraten. Was ging in seinem Kopf vor, als er sah, was aus Russland geworden war. Hat er bereut? Wir werden das nie erfahren.

Stalin und sein Gulag in Omsk
Nach dem Tod von Lenin in 1924 etablierte sich Stalin als Generalsekretär der Partei, der bis zu seinem Ableben im Jahr 1953 mit Terror und Gewalt in der UdSSR regierte. Das Gebiet Omsk wurde auch durch ihn in Mitleidenschaft gezogen.

Weil das Omsker Gebiet arm an Rohstoffen war, wurde es von der stalinistischen Industrialisierung des Landes wenig berührt. Es wurde als Verbannungsort für Intellektuellen betrachtet. Ein anschauliches Beispiel dafür ist ca. 40 km entfernt von Omsk zu sehen, wo tausende Intellektueller aus den Zentralgebieten Russlands für angebliche Verbrechen gegen das Volk und die kommunistische Partei interniert wurden und viele von ihnen dabei umkamen ( Achairski Kloster). Eine Kapelle im Zentrum der Stadt, wo Erde aus allen politischen Lagern gesammelt wurde, erinnert an diese grausamen Jahre.

Schlimmer war es mit der Kollektivisierung, weil das Gebiet eine große Anzahl von wohlhabenden Bauern hatte, die sich den Kolchosen nicht anschliessen wollten. Die Mehrzahl der deutschen Bauern wollte zurück nach Deutschland oder Nordamerika. Die kommunistische Falle war aber zu. Die Übergriffe führten dazu, dass im Jahre 1930 die Bauern im Gebiet revoltierten (Muromzewski Aufstand). Der Aufstand wurde mit äußerster Brutalität niedergeschlagen.
Omsk im Zweiten Weltkrieg und kurz danach
Ein Wendepunkt für Sibirien kam 1941, als Hitler binnen weniger Monate die wichtigsten Gebiete im westlichen Teil der damaligen UdSSR eroberte. Dies veranlasste Stalin dazu, zahlreiche Industriebetriebe nach Sibirien zu evakuieren. In Omsk und in Novosibirsk wurden diverse Industriebetriebe angesiedelt. Omsk und Novosibirsk galten deshalb am sichersten, weil sich dieses Territorium im geographischen Zentrum des Landes befand und von den Fronten im Westen und im Osten in gleicher Entfernung lag. So produzierte man in Omsk während des Krieges Jagdflieger ( Polyot und Baranowa ), T-34 Panzer und zahlreiche andere Militärgüter. In der Nachkriegszeit, während des kalten Krieges mit dem Westen, wurden diese Industriebetriebe nicht zurückgebracht, sondern weiterausgebaut.
Auf dem Bild rechts sehen sie ein Monument zu einer sibirischen Mutter, die alle Ihre 8 Söhne im Krieg verloren hatte.

Weil Omsk eine kurze Zeit Hauptstadt der gegen die Bolschewiken gerichteten Weissen Bewegung war, wurde es nach dem Krieg von der Moskauer Zentralregierung nicht richtig gefördert. Dies führte dazu, dass Novosibirsk zur inoffiziellen Hauptstadt Sibiriens heranwuchs. Omsk hingegen war bis Zusammenbruch der UdSSR, wegen der enormen Rüstungsindustrie, eine für Ausländer geschlossene Stadt.
Blütezeit vor dem Zusammenbruch
Weil Omsk (trotz Rohstoffarmut) in der UdSSR den 4 Platz in der Industrieproduktion einnahm, brauchte die Stadt immer neue Arbeitskräfte. Sie wurden von überall eingehollt, so dass Omsk Anfang der 70 -er Jahre zu einer Millionenstadt heranwuchs. Omsk hatte damals in der UdSSR den Ruf Stadt der Blumen und schönen Mädchen zu sein. Im Allgemeinen waren die 60-er und die 70-er Jahre für die meisten Omsker eine angenehme Zeit. Der Staat hat noch relativ gut funktioniert ( wie in der Blütezeit der DDR). Die Revolution, Säuberungen der Vorkriegszeit, der Krieg selbst waren fast vergessen. Die UdSSR galt als Supermacht und sie würde bald die USA überholen. In Sport, Ballet und einigen anderen Bereichen war es schon doch soweit! Wie man sich geirrt hat! Der Wendepunkt war der Krieg in Afganistan, der gezeigt hat, dass es mit der UdSSR rutschartig bergab geht. Leider gab es bei den Russen zur Zeit keinen solchen Leader wie Deng Xiao Ping bei den Chinesen,und Gorbis wirtschaftlicher Blödsinn kombiniert mit Jelzins Rausch und Unberechenheit hatten Russland keine Chance gegeben, wirtschaftlich, politisch und moralisch die Krise ohne gewaltigen Verlüsten zu überleben.
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