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Stumpf F.F.
Filipp Filippovitsch Stumpf war einer der aktivsten Bürger der Stadt Omsk. Er wurde 1863 im Dorf Privolnoe in dem Samara Gebiet Novo-Usenskiy Uezd geboren. Stumpf hat die Studien an der agronomischen Fakultät der Tomsk Universität als Kandidat der Landwirtschaft abgeschlossen. Der junge Wissenschaftler hatte nicht nur Verstand und Auffassungsgabe, aber zeigte sich auch als hervorragender Praktiker. Seine Vorliebe war Pferde, und man kann sagen, dass dieses Hobby sein ganzes Leben vorausbestimmte.
Er arbeitete als Agronom in der Ufa Abteilung der Moskau Kaiserlichen landwirtschaftlichen Gesellschaft. In Ufa lernte Stumpf eine junge und sehr reiche Witwe kennen. Ihr Name war Nadeshda Stepanovna Belyshewa, sie war die Tochter des Gouverneurs Belkin. Die Bekanntschaft wurde an der Rennbahn angeknüpft: die Vorliebe fuer Pferde vereinigte sie. Sie ließen sich kirchlich trauen lassen, wie es der orthodoxische Brauch auch verlangte. Es ging dann nach Omsk - das zur Zeit in der Aufbruchstimmung der Erschliessung Sibiriens stand. 1898 wurde Stumpf zum Hauptagronom des Steppengebiets. Am 19. April 1900 pachtete er ein Grundstück an dem linken Ufer von Irtysch. Dort schuf er die erste sibirische Wirtschaft, die ein Windkraftwerk, einen artesischen Brunnen, eine Wasserleitung, eine Mühle, einen Schlepper hatte. Seine Wirtschaft boomte, so dass er schnell zum einem der reichsten sibirischen Farmer geworden war.
Stumpf war Gründer und Stifter vieler großen sibirischen Projekten. Sein Hauptwerk ist die Gründung des Kommerz- und Landwirtschaftbildungsystems, das zur Basis der Kommerz- und Landwirtschaftsschulen, Kommerz-, Landwirtschafts- und Veterinärinstituten wurde. Er stiftete auch das Omsk Börsenkomitee, die Omsk Abteilung der Moskau Kaiserlichen Landwirtschaftlichen Gesellschaft, die Malergesellschaft, die Omsk Gesellschaft für Unterstützung der Pferdezucht. Außerdem war Stumpf tätiger Politiker, Mitglied der Kadetenpartei, 1914-1918 wurde er zum Abgeordneten der Omsker Stadtduma gewählt.
Im Januar 1918 erschien das Dekret für Kapital der wohlhabenden Personen, das alle Einlagen, die bis zu den 1. Januar 1918 angelegt wurden zu beschlagnahmen verordnete. Stumpf begann die Wege für Befreiung seiner Anlagen zu suchen, und er fand die mit der Hilfe von Alexandr Alexandrovitsch Rusanow, der als Komissar einer privaten Bank arbeitete. Irgendein wachsamer Mitarbeiter gab doch Rusanov bei der Polizei an, und er verschwand spurlos.
Stumpf wurde verhaftet und wegen Machenschaft angeklagt, aber seine Arbeiter reichten einen kollektiven Antrag für seine Befreiung ein. Seine Frau schrieb auch ein Gesuch um Freilassung des Mannes, und am 15. April wurde er gegen Kaution 50000 Rubel freigelassen und musste Omsk verlassen. Filipp Filippovitsch nahm nur einen Koffer mit Wertpapieren und Fotos seiner Pferde mit. Seine Gurt und Spazierstock waren mit Geld vollgestopft. Er wurde später krank an Typhus, sein Gurt war gestohlen, aber er konnte das alles überleben und kam zurück.
Alles in seiner Wirtschaft wurde beschlagnahmt und nationalisiert, wie auch sein Haus im Zentrum der Stadt. Er starb in April 1921 und wurde in der Familiengruft begraben. Dieser Gruft wurde dann eingestürzt und auf jenem Platz wurde ein Kälberstahl gebaut...

Nach dem Tod Nadeschda Stepanovnas 1940 verbrannte sein Sohn Fjodor Belyschew alle Wertpapiere und Fotos Stumpfs. In jener Zeit war es sehr gefährlich diese „anklagenden“ Dokumenten des sibirischen Millionärs aufzubewahren.
Aber es gibt was. In dem Below Museum (das ehemalige Haus Stumpfs) ist ein Besuchszimmer, wo man ein Porträt Stumpfs, alltägliche Sachen, Fotos seiner Pferde finden kann.

Im November 2003 haben wir dieses Haus mit dem damaligen Generalkonsul der BRD in Novosibirsk, Herrn Grau, besichtigt. Uns allen hat es dort sehr gefallen. Nach der Besichtigung war das obligatorische Teetrinken in der Stube, wo Herr Stumpf mit seinem Foto an der Wand uns zu neuen Taten in der Kräftigung der Deutsch-Sibirischen Freundschaft ermutigte.
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