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Omsk - weiße Hauptstadt Sibiriens
Aus BRIGITTE. de
Ich hatte zwar versprochen, hier nicht einen Reisetipp an den nächsten zu reihen. Aber es gibt einfach Gelegenheiten bzw. Städte, für die es sich lohnt, ein kleines bißchen die Trommel zu rühren. Omsk gehört eindeutig dazu...

Wir sind am Sonntag ja schon mit einer ausgesprochen positiven Stimmung nach Omsk aufgebrochen. Tyumen war nicht ganz so toll, zumindest aus der Perspektive von Matthias, der in der Werkstatt nicht alles zu seiner Zufriedenheit erledigen konnte. Noch dazu gab es bei der Ankunft am größten Chrysler-Center Eurasiens Hektik und Streß, so dass das Tyumen-Fazit von Matthias nicht gerade positiv ausfiel. Aber als wir dort früh losfuhren, schien uns die aufgehende Sonne ins Gesicht – kein Wunder: Wir fahren ja auch kontinuierlich nach Osten – und wir waren uns sicher, dass uns dieser tolle Sonnenaufgang von Omsk aus geschickt wurde. Jedenfalls wollten wir diesen Sonnenaufgang als gutes Zeichen werten, das für unser nächstes Etappenziel nur Gutes verheißt. Dass das dann auch so einfach geklappt hat, hat uns allerdings schon ein wenig erstaunt.

Außer dem schönen Sonnenaufgang hat unterwegs die erste Offroad-Strecke auf uns gewartet. Eine Brücke an der Hauptstraße war wegen eines Lkw-Unfalls gesperrt. Die Umleitung führte über eine Piste durch westsibirische Dörfer, Wälder und die ausladenden braunen Tundrafelder. Für die Fotografen ein gefundenes Fressen – wir sind von einem Foto-Stop zum nächsten vorwärtsgetuckert. Als wir nach geraumer Zeit wieder auf der Hauptstraße ankamen, steuerten die mitreisenden russischen Journalisten zielstrebig auf ein Gasthaus zu. Mittagsrast, Offroad-Umleitung und Fotopausen waren der Grund dafür, dass wir schon bald mit einer durchfahrenen Nacht rechneten. Erstaunlicherweise haben wir frisch gestärkt und bei allerbester Laune im gesamten Team die verbleibenden gut 500 Kilometer bis nach Omsk so zügig abgespult, dass wir zum allerersten Mal weit vor der Zeit ankamen, die unser Tourplan als Ankunftszeit ausgewiesen hat.

Entsprechend haben wir es eigentlich nur Wladis Spontanität und Einsatz zu verdanken, dass wir tatsächlich für diese Nacht auch schon in die für uns ab dem Folgetag reservierten Hotelzimmer konnten. Als der Vizekonsul die Nachricht erhielt, dass wir so super früh in Omsk eintreffen, war er gerade 60 Kilometer aus Omsk raus. Spontan hat er umgedreht, alles für unseren Aufenthalt geregelt und ist uns zur Stadtgrenze entgegen gefahren. Er war es dann auch persönlich, der uns am darauffolgenden Tag eine Stadtführung zukommen lassen und damit für diesen Blog-Eintrag gesorgt hat. Hiermit möchte ich alle begeisterten St. Petersburg-Reisenden zum aufmerksamen Weiterlesen auffordern. Wenn Euch die wohl wohl geschichtsträchtigste Stadt Russland gefällt, solltet Ihr überlegen, Omsk als eines Eurer nächsten Reiseziele zu berücksichtigen. Der Grund: Viele Architekten, die für die wunderschönen Bauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert in der Stadt an der Neva verantwortlich sind, waren auch an zahlreichen Bauten im Kern von Omsk beteiligt.

Mit vier Leuten aus unserem Expeditionsteam nahmen wir in Wladis Astra zu unserer privaten Sightseeing-Tour durch Omsk platz. In den folgenden drei Stunden haben wir reichlich Geschichten aus der Geschichte der Stadt und wissenswerte Informationen erhalten.

Hier nur einige davon: Omsk hat etwa 1,2 Millionen Einwohner, 11 Universitäten und Hochschulen und wird vom Irtish, der zusammen mit dem Ob den viertlängsten Fluss der Welt bildet, in zwei Hälften geteilt. Bis 1990 war Omsk eine geschlossene Stadt, für Ausländer also nicht zugänglich. Der Grund hierfür war die in Omsk angesiedelte Rüstungsindustrie. Neben Ekatarinburg war Omsk also bereits die zweite noch bis vor kurzem geschlossene Stadt, die wir auf unserem Weg zur Beringstrasse besucht haben. Petrochemie und Landwirtschaft, insbesondere Getreideanbau sind die weiteren wirtschaftlichen Standbeine der Stadt. Außerdem ist hier die größte sibirische Brauerei angesiedelt.

Omsk wurde 1716 als kosakische Festung gegen die Tartaren gegründet. Für eine kurze Zeit war Omsk unter General Kolchak die Hauptstadt Russlands ehe die Bolschewiken die Macht übernahmen. Seither wird Omsk gerne als weiße Hauptstadt Sibiriens bezeichnet, während Novosibirsk die rote und vor allem tatsächliche Hauptstadt Sibiriens ist.

Aber egal, ob Hauptstadt oder nicht, Omsk ist mit seinen prunkvollen Bauten, die zum großen Teil bereits restauriert sind, einfach eine wunderschöne Stadt. Mit Theater, Prachtstraße, Kapelle und Hauptkirche hat die Stadt einige besichtigenswerte Sehenswürdigkeiten zu bieten. Ganz besonders begeistert waren wir von der Kirche, die zu den drei schönsten Russlands gehören soll. Die anderen beiden sind die Basilica am roten Platz in Moskau und die Kathedrale in St. Petersburg.

Aber auch die zentrale Prachtstraße, der Blick auf den Irtish sowie andere kleine Kirchen, Kapellen und selbst schon im unrestaurierten Zustand erkennbar architektonisch reizvolle Gebäude waren rundum den Besuch wert!

Im Jahr 2016 feiert Omsk sein 300-jähriges Bestehen - bis zu diesem Datum sollen viele weitere Bauten saniert sein, so dass die Stadt in altem Glanz vergangener Jahrhunderte erstrahlen kann. Vielleicht tatsächlich ein Anlass, die westsibirische Stadt erneut zu besuchen.

Kurz vor der großen Kirche stoßen wir bei unserer Tour auf ein Sportlerdenkmal. Es zeigt einen Marathonläufer beim Zieleinlauf. Wladi berichtet vom jährlich stattfindenden Omsker Marathon, vor allem aber von dem wohl berüchtigten Halbmarathon im Winterhalbjahr: Es soll der kälteste Marathon der Welt sein. Da der in Omsk wirklich sehr breite Irtish üblicherweise von November bis etwa März eine meterdicke Eisschicht trägt, glauben wir die Information über den Halbmarathon nur zu gerne. Ausgerechnet in diesem Jahr treiben auf dem großen Fluss nur einige vereinzelte Eisscheibchen.

Auch hier zeigt sich wieder mal, dass es für die Jahreszeit in Westsibirien außergewöhnlich warm ist. Angesichts der vielen Warnungen, die wir überall vor der Kälte erhalten, freuen wir uns eigentlich täglich auf´s Neue, dass es bei uns noch so warm ist. Bedauerlicherweise passt der Inhalt meines Packsacks nicht so ganz toll zu dem, was ich benötigen würde, um halbwegs adäquat angezogen hier durch die Wochen zu kommen, aber das ist im Moment eher nebensächlich.

Kurz und gut: Unser Aufenthalt in Omsk war klasse - die Stadt wirklich sehenswert. Da wir üblicherweise viel zu wenig Zeit haben, um uns die Orte, durch die wir kommen, so ausführlich anzusehen, ist es natürlich doppelt schön, dass wir ausgerechnet hier die Zeit zum Sightseeing nutzen konnten.

Astrid Wallner
Hamburg


Drei Berliner in Omsk, Januar 2005
Wir waren vom 5 bis zum 10 Januar 2005 in Omsk. Ziel war es an dem Sibirischen Halbmarathon am 7 Januar 2005 teilzunehmen. Schon bei unserer Landung wurde uns klar, dass einige unserer Vorstellungen über Sibirien so nicht richtig waren. Wir haben Omsk als eine sehr lebhafte, sehr grosse und auch sehr schöne Stadt empfunden, in der es sich eigentlich leben und auch gut unterhalten lässt. Das Stadtzentrum von Omsk besticht durch eine wunderschöne Architektur, vor allen Dingen auch durch sehr geschichtsträchtige Bauten. Überrraschend für uns war bei der für uns doch erheblichen Kälte ein überrraschender Verkehr im Stadtzentrum, viele Menschen auf der Strasse, die alle sehr freundlich waren. Zudem bot uns Omsk ein hervorragendes gastronomisches Angebot, man konnte zu jeder Zeit sehr gut und preisgünstig essen, auf jeden Fall um Vieles preisgünstiger als in Deutschland. Hinzu kommt, noch dass die Unterbringung im Hotel 'Majak' sehr gut war. Die Zimmer waren sehr sauber und ordentlich und wurden auch jeden Tag akripisch aufgeräumt. Der Halbmarathon selbst bestach durch eine hervorragende Atmosphäre, unglaublich eigentlich in der Kälte. Überrraschend für uns war, dass ein Läufer sogar mit freiem Oberkörper gestartet ist und andere auch in kurzen Hosen gelaufen sind. Über die übrigen Programmpunkte der Woche konnten wir selbst freibestimmen. Das ist auch insofern sehr schön, da man nicht weiss, welche Temperaturen am nächsten Tag herrschen werden und sich sehr Viels danach richten wird. Besonders gefallen hat uns die Zirkusvorstellung aber auch das Orgelkonzert auf einem hervorrangenden Instrument gespielt und auch in einer sehr schönen Atmosphäre verlaufen war ein Höhepunkt des Aufenthaltes in Omsk. Sportlich gesehen gibt es sehr viele Möglickkeiten, wir nutzten davon den Langlauf - eine sehr interessante Sportart, zumal man durch verschneite Wälder auf gut gespurten Pisten laufen kann und auch sehr ordentliche Schier auszuleihen bekommt. Ein Höhepunkt war unser Ausflug nach Blumenfeld. Dort wurden wir von der Honoration des Dorfes empfangen. In einer einmalig schönen Atmosphäre konnten wir nach einer Schlittenfahrt, der uns doch ziemlich abgekühlt hatte, einen Saunabesuch geniesen. Und danach wurde bei Vodka und einem sehr guten Essen der Aufenthalt in Blumenfeld abgeschlossen, wobei uns insbesondere die Herzlichkeit und Freundlichkeit der Menschen im Dorf gefallen hat. Zum Schluss wollen wir uns bei unserem Gastgeber Waldemar noch bedanken. Insbesondere die Präzision der Vorbereitung und Durchführung aller Ereignisse dieser Woche hat uns begeistert, genauso natürlich wie seine sehr sehr gute Sprachkentnisse die uns so manches Mal in den Gaststätten der Stadt weitergeholfen haben, weil wir doch sehr unsicher waren was wir da zu bestellen hatten. Unvergesslich auch der Nachmittag in der Familie des Gastgebers, der eigentlich auch sehr viel Spass gemacht hat und einen hervorragenden Abschluss zum Aufenthalt gebildet hat. Insgesamt gesehen war das ein ganz ungewöhnlich schöner Aufenthalt in einer so grossen Stadt und wir werden alle, so wie wir sind, mal wieder kommen.

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